Künstlerportrait

Theo Hofsäss
Im Alter von 17 Jahren hatte er zum ersten Mal einen Zugang zu einer Dunkelkammer und damit zur Möglichkeit, sein eigenes Bild zu entwickeln. Wie das Foto langsam zu dem wurde, das es letztendlich darstellte, faszinierte ihn - und ließ ihn zeitlebens nicht mehr los.
Nach seinem Zivildienst machte er eine 2-jährige schulische Ausbildung zum Fototechnischen Assistenten. Viel Technik steckte darin, erinnert er sich. Aber eben auch der Zugang zum Fotografieren. Damals, in den 70ern, musste ja noch alles von Hand eingestellt werden. Welche Blende zu welchem Licht passte: das war Handarbeit. An sein erstes Foto erinnert er sich genau. Sie sollten Gläser auf einer Glasplatte fotografieren. Eine technische Herausforderung, deren Ergebnis sich bereits sehen lassen konnte.
Mittlerweile hat er Fotografieren als Kunst entdeckt. In nahezu jedem Alltagsgegenstand, in jeder Situation erschließt sich ihm ein Ansatz, diesen, in seinem ihm eigenen Stil, zur Kunst zu machen.
Es liegt absolut im Bereich des Möglichen, dass er vor der Spiegelung einer Pfütze auf dem Weg minutenlang verharrt. Eben so lange, bis er den Moment spürt, diese in einem Foto festhalten zu wollen. Dabei wählt er überwiegend die schwarz-weiß Variante. Denn durch das Weglassen der Farbe fokussiert sich die Konzentration auf die Form und die Struktur. Dabei ist es wichtiger, das dahinterliegende Prinzip zu erkennen als den Gegenstand selbst. Aus tausenden von Bildern wurden Serien: Linien, Zeichen, Formen. Durch das Betrachten der Fotografien verändert sich stets die vertraute Weltsicht und man erfährt diese immer wieder neu.
Fasziniert sei er von den Japanern gewesen. Diese reisten zum Fuji, um sich wochenlang dort aufzuhalten, bis genau der Moment gekommen sei, der zum perfekten Bild führe. Den richtigen Augenblick als Prozess des Sehens, des Erkennens und des Zeigens zu begreifen - das sei wahre Kunst.
Während der Corona-Pandemie begann er auch Videos zu drehen. Dabei sollte keine erzählbare Geschichte das Ziel sein, sondern die Öffnung in das 4-Dimensionale. Eine Abbildung im Raum wird um den Faktor Zeit erweitert.
Neben seinen Projekten wie „virtual signs“ und „closed eyes“ zeigt er auf seiner neuen Webseite auch „NICHTS“. Wie viel dies bedeuten kann, nämlich eine Rückbesinnung auf sich selbst, kann jeder auf seiner Webseite theohofsaess.de erfahren.
Mit seiner Fotografie möchte er „einen weiteren Zugang zur Welt schaffen - und zu sich selbst“.

www.theohofsaess.de

NEW: Ausstellung "Virtual Signs" im April/Mai 2022 in der Galerie Tombreul im Schwarzen Kloster in Freiburg.

Geöffnet immer freitags und samstags von 15 - 17 Uhr. 

Der virtuelle Raum wird hier zum Spiel- und Experimentierfeld. Virtuelle Zeichen sind Programm und Konzept zugleich.